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+++ Reise - New York City Marathon [2007] +++
1. Trainingsplan (28.05.2007 - 12.08.2007) ![]()
2. Trainingsplan (13.08.2007 - 04.11.2007) ![]() Trainingstagebuch (Der Weg zum NYC-Marathon - Blog) 5. November 2006 Ein bisschen Eurosport so aus der Horizontalen tut auch gut und so knipse ich nachmittags den Fernseher an, ohne zu ahnen, dass diese Bewegung etwas auslösen wird, was nun Gegenstand dieses Weblogs sein soll. Es läuft - im wahrsten Sinne des Wortes - der New York City Marathon 2006. Und nachdem ich in München dreimal bereits diesen Wahnsinn mitgemacht habe, hat's mich dann doch interessiert, später sogar gefesselt. Lang ist mein letzter Marathon her, denke ich so bei mir, und als die Burschen und Mädels durch die Häuserschluchten von New York joggen ... wenn noch einer, dann der. Google ist dein Freund und schnell habe ich ein paar Seiten gefunden, die entsprechende Sportreisen angeboten haben. Und nachdem wir in München große Sportgeschäfte haben (Sport Schuster und Sport Scheck) bin in dann gleich mal auf die Reiseseiten. Der Sport Scheck hatte sogar die Möglichkeit sich für 2007 vormerken zu lassen. Also auf ... Mitte Dezember sollten die Kataloge kommen und dann könnte gebucht werden, das war die Aussage. 10. November 2006 15. Dezember 2006 30. Dezember 2006 10. Januar 2007 11. Januar 2007 18.01.2007 04.03.2007 31.03.2007 20.05.2007 25.05.2007 28.05.2007 03.06.2007 07.06.2007 Wer hat gestern beim Raab den Elton gesehen? Der bereitet sich ja auch auf den NYC-Marathon vor; so wie der aussieht, - das gibt mir viel Hoffnung ;-) 10.06.2007 17.06.2007 Heute, beim 10 km Wettkampf, hätte mich meine Trainingspartnerin, meine Frau ;-), fast überholt, obwohl sie 3 Minuten später losgelaufen ist. Wo soll das noch hinführen, das war ja noch nie da ... und heute Abend gibt es auch noch Wiener Schnitzel. Ich vermute, das macht sie absichtlich ;-) 24.06.2007 Das zog sich dann über den Start, der um Punkt 8 Uhr erfolgt, hin und irgendwie war der ganze Lauf eine einzige Qual. Dreimal bin ich gegangen und zweimal wollte ich aussteigen. Aber dann habe ich doch den inneren Schweinehund überwunden und bin durchgelaufen. Als ich im Ziel war sagte der Sprecher, dass eine Stunde und 52 Minuten vorbei wären. Da es etwas dauerte, bis ich die Startlinie bei der Masse von Teilnehmern erreichte, könnte es gut sein, dass die Zeit so bei 1:50 lag. Nicht schlecht, finde ich. Aber ich habe gut drei Stunden gebraucht, bis ich einigermaßen wieder auf dem Damm war. Wenn ich mir nun vorstelle, dass das nur die halbe Marathondistanz ist ... eigentlich will ich mir das nicht vorstellen! Das war das Ende der vierten Trainingswoche. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ich endlich ein bisschen abgenommen habe (nicht der Rede wert ;-), das Tempohärtetraining wieder einmal das Anstrengendste war (10 X 1.000 m) und meine Füße diese Woche insgesamt 62,1 km gelaufen sind. Wie lange ist es noch bis zum 4. November? 01.07.2007 08.07.2007 16.07.2007 Soeben hat der Arzt das Training erlaubt und schon bin ich weg, auch wenn's super heiß ist. 17.07.2007 22.07.2007 29.07.2007 05.08.2007 Aber heute dann bei dieser Hitze 35 km. Die erste Hälfte oder sagen wir mal bis 21 km war ganz ok, aber dann begann meine Trainingsparterin zu schwächeln. Ich bin alleine weiter, wieder zurück, um sie zu begleiten, aber sie war unauffindbar. Ich war dann schon über 34 km unterwegs, als ich in Oberföhring nach einem Taxi Ausschau hielt. Aber wie es halt so ist auf dem Land und am Sonntag. Ich bin dann mit dem Bus zur Studentenstadt und mit der U-Bahn heim. Ohne Geld hat mir ein sehr freundlicher Mitbürger aus Oberföhring eine MVV-Karte (2.20 €) gekauft. Das es so etwas in der heutigen Zeit noch gibt. Einfach super! Pünktlich zum Formel 1-Start waren wir dann ziemlich zeitgleich da. Der lange Lauf hat mir gezeigt, dass ich für einen Marathon bereit wäre ... vielleicht laufe ich den in München noch, aber zum NYC-Marathon wären es dann nur 14 Tage, - weiß auch nicht!? 12.08.2007 Die Löwen haben 6:2 gewonnen und wir haben ebenfalls den inneren Schweinehund besiegt. 35,3 km, aber die hatten es in sich. Vor Straßlach windet sich der Isartal-Radweg in den Himmel. Es sind bestimmt 150 - 200 Höhenmeter. Und bei Grünwald geht es dann wieder bergab. Ein schwieriger Lauf, 3,5 Stunden. Nächste Woche fangen wir einen neuen Trainingsplan an, der als Marathon-Zielzeit 3,5 Stunden hat und bis zum 4.11., also bis zum Start, ausreicht. Also, relaxen und dann immer weiter ;-)))) 19.08.2007 24.08.2007 26.08.2007 27.08.2007 30.08.2007 01.09.2007 03.09.2007 04.09.2007 09.09.2007 Am Freitag hatten wir unsere sportmedizinische Untersuchung, - das war sehr aufwändig und interessant. Ich war von 8 Uhr bis 14.30 Uhr laufend bei Untersuchungen. Zwei Belastungs-EKGs, ein Ruhe-EKG, Ultraschall des Herzens, der Schlagadern und vieles mehr. Es ist zu konstatieren, dass auch der Arzt grünes Licht für den Marathon gegeben hat. Dies Aussage war, dass ich trotz der 14-tägigen Pause besser trainiert bin als 75% meiner Altersgenossen, bei meiner Trainingspartnerin waren es gleich 96 %, - hört, hört! Wir treffen uns mit 80 auf Hawaii zum Ironman ;-) 29.09.2007 Es sind noch 5 Wochen bis zum Marathon und wir steigen nächste Woche wieder voll ein. Es steht der 2. Trainingsplan, 8. Woche, an. Haltet uns die Daumen, dass das alles so ohne weitere Verletzung abgeht. 09.10.2007 14.10.2007 Ich bin heute über 32 km gelaufen und bis jetzt ganz schön fertig. Bin auch am München-Marathon vorbei gekommen ... gutes Wetter heute um Marathon zu laufen. Nicht zu warm und trotzdem schön. 3 Wochen sind es noch bis New York, langsam wird's ernst! 21.10.2007 Gestern habe ich gelesen, dass die Busse ab Manhattan ab 4:30 Uhr zum Start fahren. Ein Grund mehr, die Zeitumstellung nicht mitzumachen, nachmittags ins Bett und früh morgens raus. Und dann hängst Du 5 Stunden am Start rum oder wie? Na ja, wir werden sehen. Gesund werden und bleiben ist jetzt das Wichtigste! 25.10.2007 Die Startunterlagen sind übrigens da. Neben viel Papier haben wir einen Rucksack mit Trinktank und eine rote Mülltüte bekommen. Die Mülltüte ist für den Start. Die Busse zum Start fahren von Manhattan bereits ab 4.30 Uhr. Ja, richtig gelesen! Wenn man dann so um 5.30 Uhr am Start ist, steht man noch 4,5 Stunden rum. Und noch was Nettes: Die schreiben, dass schon davon auszugehen ist, dass man 2 - 3 Stunden für seine Startnummer ansteht. Tja, nachdem wir New York schon mehrmals gesehen haben, ist das eher von Vorteil. Man bzw. eher Frau kauft dann nicht soviel ein ;-). PS: Irgendwie bin ich jetzt dann froh, wenn das vorbei ist. Was das Zeit, Nerven und Geduld kostet ... 28.10.2007 Die 10-Tage-Wettervorhersage des Weather Channels prognostiziert 11 - 16 Grad Celsius und 60 % Regenwahrscheinlichkeit für die Mega City. Da die amerikanischen Wetterfrösche nicht besser als die unseren sind, besteht berechtigte Hoffnung, dass sich noch etwas ändert; leider wohl auch zum Schlechten. Apropos Hoffnung, - der Rückschritt der Knochenhautentzündung macht Hoffnung. Daumen halten! Eine Woche vor Start ist die Kacke nun endgültig am dampfen. Nach 2 km habe ich den heutigen Lauf abgebrochen, der Hüftmuskel ist nicht ok. So eine Sch.... Der Motor läuft nicht mehr sauber ;-) Also morgen zum Arzt - Spritze oder was auch immer, egal! 29.10.2007 Ach ja, und der Weather Channel prognostiziert nur noch 10 % Regenwahrscheinlichkeit und 17 Grad für den Wettkampftag. Ich sage es ja, man müsste das Wetter vorhersagen, das ist ein guter Job. Man kann nämlich sagen, was man will ... 31.10.2007 Die Koffer sind gepackt - morgen geht es los - endlich!!!!! 1. November 2007 ![]() Um 11.15 Uhr sollten wir eigentlich starten, aber erstens liegt der Flughafen in München in einer dicken Nebelsuppe und zweitens müssen wir noch auf einen Zubringerflug warten. Der Airbus A340-300 ist zur Hälfte mit italienischen Marathonern belegt. Die Lautstärke ist typisch, beeindruckend und nicht zu glauben. Und natürlich dauert es, bis jeder seinen Platz hat. Die Italiener bringen eine Hektik in diesen Flieger; andauernd sollen noch Plätze getauscht werden. ![]() Um 12 Uhr starten wir endlich und es liegen 8,5 Stunden mit diesen Supersportlern vor uns. Die Maschine war unheimlich laut, offensichtlich hat sie sich den Insassen angepasst. Pünktlich um 15.30 Uhr Ortszeit landen wir am John F. Kennedy Airport. ![]() Die Immigration dauerte 30 Minuten und die Taxifahrt zum Hotel, die durchaus mit einer Geisterbahnfahrt vergleichbar war, weitere 45 Minuten. Normalerweise schafft das Taxi die Strecke vom JFK bis Manhattan in 25 Minuten, aber wir waren natürlich im feinsten Berufsverkehr unterwegs. 45 USD plus 4,50 USD Brücken-Toll, das ist der aktuelle Preis. Das Abendessen im Hotel war ganz ok, der Preis weniger. Insgesamt muss ich feststellen, dass das Palace Hotel ein sehr schönes und sehr gutes Hotel ist. Etwas laut war es trotzdem in der Nacht. Und ich dachte immer, dass es die Italiener waren, die das Hupen erfunden haben. 2. November 2007 ![]() Gut gestärkt marschieren wir zur Marathon Messe im Jacob Javits Convention Center, 11th Ave. @ 35th St.. Wir haben gelesen, dass man mit 2 - 3 Stunden Wartezeit rechnen muss, bis man seine Startnummer bekommt. Aber alles war so gut organisiert, dass wir nach 15 Minuten das begehrte Teil in Händen hielten. Dann wurde der Marathonmarkt leer gekauft. Alles, was man so nicht braucht, aber bei dem Dollarkurs ;-) einfach haben muss! Also irgendwie fühle ich mich zwischen all den Läufern wie ein Fremdkörper; die sehen alle gleich aus: lang, dürr, fehlende Haare und was an Haaren noch da ist, ist kurz rasiert. Bin irgendwie das Gegenteil ... ![]() B + S ist ein riesiges Fotogeschäft an der 34th @ 9th (Danke Christian für den Tipp). Hier habe ich mir ein Canon-Objektiv gekauft, das ungefähr in USD genau soviel kostete, wie bei uns in Euro. D.h., gute 40 % günstiger - schon ein echtes Schnäppchen. ![]() Zum Sightseeing bleibt keine Zeit! Wir marschieren zurück ins Hotel, legen unsere Einkäufe ab und brechen erneut auf, um bei der Kick-off Veranstaltung dabei zu sein. Normalerweise machen wir so organisierte Reisen ja nicht und Veranstaltungen dieser Art bringen in der Regel sowieso nichts. Nachdem aber Dr. Thomas Wessinghage (5.000 Meter Europameister 1982, 22 x Deutscher Meister, Weltcupsieger, aktuelle Deutsche Rekorde über 1.500m und 2.000m) einen Vortrag hält, gehen wir in das Pacha (46th, 11 Ave.), normalerweise ein Nachtclub. Wessinghage erklärt was man machen und unterlassen sollte. Er referiert, wie schwer die Strecke ist und dass es nicht möglich ist, hier seine Bestzeit zu laufen. Dann spricht noch ein gewisser Jörg Bunert, der den NY Marathon schon zum 22. Mal läuft. Es ist ganz interessant, gleichwohl nur Theorie! Auch Elton, der Komiker von Pro7, war da und hat ein paar unpassende Worte in den Raum geschmissen ;-) Nach zwei Stunden war dann Schluss. Wir stapfen erneut zurück zum Hotel und beschließen, zum Burger Joint zu gehen. Hier soll es angeblich die besten Burger der Stadt geben. Leider war nicht beschrieben, dass es sich hierbei um eine Würstlbude handelt, die total voll war. Jedoch nicht weit davon (57th/6th Ave.) haben wir das Rue 57 entdeckt. Das Essen war sehr gut und nicht überteuert. Heute Nacht sollen die Ausläufer des Hurrikans Noel, der in der Karibik elende Verwüstungen angerichtet hat, New York erreichen und deshalb soll es morgen windig werden und regnen. 3. November 2007 ![]() Es gilt, - nur noch ein Tag. Wir stellen uns die Frage, wie wir jetzt mit unseren Verletzungen umgehen sollen. Irgendwie müssten wir uns bewegen, einlaufen. Andererseits könnte das bereits das Ende sein. Pünktlich um 7 Uhr sind wir im hoteleigenen Fitness Center auf dem Laufband. Zögerlich beginnen wir die Trainingseinheit und es kommt, wie es kommen musste. Die Verletzungen sind nach wie vor da. Eigentlich war das klar, aber die Hoffnung war eine andere. Wie auch immer, keine guten Voraussetzungen für morgen und die Psyche kommt auch nicht gut dabei weg. ![]() Wir sind wieder an einem Punkt angelangt, wo man sich schon fragt, warum man sich das antut. Die Gefahr, dass etwas passiert, das diesen Lauf gefährdet, ist permanent da und sie ist nicht gering. Und das nervt ohne Ende. Es war dann schon so, dass ich Leuten ausgewichen bin, die nur ein wenig gehustet haben. Aber all diese Anstrengungen sind obsolet, unsere Verletzungen sind nicht zu negieren. Wir beschließen darauf zu pfeifen und freuen uns auf den morgigen Start. Die innere Handbremse jedoch bleibt angezogen ... sie ist beim besten Willen nicht zu lösen. Da kann man sich noch so viele positive Gedanken machen. Heute finden noch zwei Laufveranstaltungen statt. Zum einen ist der International Friedship Run, er beginnt an der UN und endet nach 3 Meilen an der 6. Avenue. Das ist mehr eine Spaßveranstaltung, jeder rennt mit komischen Hüten und Fahnen durch die Gegend. Zum anderen sind heute im Central Park die US Trials im Marathon, also die Qualifikationsrennen für die Olympischen Spiele in Peking 2008. Dabei kommt es zum Supergau. Der 28 Jahre alte Ryan Shay war nach nur neun Kilometern zusammengebrochen und wenig später im Krankenhaus gestorben. Dort wo der Friendship-Lauf an der 6. Avenue endet, ist das Astro-Cafe. Wir frühstücken in diesem ziemlich engen Ambiente. Die Eier waren schon ok, aber die Preise waren doppelt so hoch als beim gestrigen Frühstück. Ärgerlich, aber vielleicht sollte man vorher die Speisekarte lesen, gell! ![]() Als wir zurück in unserem Hotel sind, merken wir, dass Medikamente ausgehen. So müssen wir nochmals los. Dann werden alle Vorbereitungen für morgen abgeschlossen. Der Chip kommt an den Schuh, die Startnummer ans Trikot. Alles wird fein säuberlich platziert, damit morgen früh das zumindest nicht schief geht. Zum Abendessen haben wir uns einen Italiener ausgesucht, der gut und günstig sein soll - Angels Ristorante an der 1st Avenue @ 62th Street. Das Essen war wirklich gut und reichlich, die Nudeln waren perfekt. Und obwohl eine Flasche Wein am Vorabend eines Marathons nun wahrlich nicht die richtige Vorbereitung ist, war er auch gut, - den Wein meine ich. Fazit: Der Laden ist absolut empfehlenswert, aber man sollte unbedingt reservieren, denn viel Platz ist hier nicht. 4. November 2007 ![]() Um 4.45 Uhr klingelt der Wecker, aber wir waren natürlich schon vorher wach. Treffpunkt war 5.45 Uhr in der Hotellobby und der Bus holte uns dann pünktlich um 6.00 Uhr vor dem Hotel ab. Nachdem heute Nacht die Uhren auf Winterzeit umgestellt wurden, haben wir noch eine Stunde gewonnen. Wir fühlen uns fit! Die Straßen New Yorks sind mit hunderten von Bussen bevölkert, die 38.000 Läufer an den Start zur Verrazano Narrows Bridge bringen. Genauer gesagt ins Startgelände des Fort Wadsworth auf Staten Island. Als wir uns mit dem Bus der Verrazano Bridge nähern, geht die Sonne auf. Weit hinten, also genauer gesagt gute 40 km entfernt, werden die Wolkenkratzer Manhattans von dem rot leuchtenden Feuerball angewärmt. Ein strahlend schöner Spätherbsttag beginnt. Welcome to the New York Marathon schallt es uns bereits mehrfach entgegen, als wir unsern Bus verlassen. Man kommt sich vor wie ein Profisportler. Die Helfer sind gut gelaunt und feuern einen jetzt schon an. Hier kommt das Extrovertierte der Amerikaner sehr positiv rüber. Und das wird den ganzen Tag anhalten, obwohl die subjektiven Empfindungen darüber anders werden! Hier ist wirklich alles sehr gut organisiert, was ja eigentlich nicht die Stärke der Amerikaner ist. Nirgends Warte- oder Anstehzeiten. Es gibt Kaffee (war nicht so schlecht), Wasser, Bagels, Gatorade. Was will das Läuferherz mehr. Die Verrazano Narrows Bridge steht im gleißenden Sonnenlicht und langsam beginnt sich der Tross in ihre Richtung zu bewegen. Wir sind noch auf dem Armeegelände, als der der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, um 10.10 Uhr Ortszeit den Startschuss für das Hauptfeld abfeuert. Ein Grölen geht durch die Menge. Die Stimmung ist einzigartig. Gut gelaunt marschieren tausende Sportler dem Start entgegen. Die Spitzengruppe dürfte inzwischen Brooklyn erreicht haben. Die Strecke liegt vor uns - es geht endlich los! Nach der Brücke tauchen wir nach Brooklyn ein. Menschenmassen begleiten uns an der Strecke. Die stehen echt in 5er-Reihen und peitschen dich nach vorne. Nicht zu sehr forcieren war der Tipp. Immer ein Stück langsamer als man könnte. Leicht gesagt, aber bei der Stimmung ... die Anfangsmeilen vergehen wie im Flug. Aber es ist bereits eine gewaltige Gerade mit 7 Meilen Länge, die Fourth Avenue, die uns nach Downtown Brooklyn führt. Ab der 3. Meile gibt es jede Meile Getränke (Gatorade und Wasser) und auch diese Leute, die für die Ausgabe verantwortlich sind, haben immer ein anfeuerndes Wort für einen parat. Das motiviert dermaßen, gleichwohl, aber dazu später, kann das auch als lästig empfunden werden, wenn man nämlich nicht mehr kann. Aber jetzt ist es einfach toll, - die Stimmung ist mit dem Marathon in München nicht zu vergleichen! Meile für Meile nähern wir uns dem Ziel - tolle Blicke auf Manhattan -, aber es ist noch sehr, sehr weit. Vor allem die Brücken sind es, die einem die Kraft rauben. Als wir von Brooklyn nach Queens laufen beginnt ein weiterer Berglauf über die Pulaski Brücke. Hier ist Halbzeit! Knapp über zwei Stunden bin ich unterwegs, nicht sehr gut, aber aufgrund des Streckenprofils akzeptabel. Langsam spüre ich meine Beine, aber ich bin noch frohen Mutes ;-) Dann kam das Judenviertel und dort war absolute Ruhe angesagt. Die haben sich wirklich weggedreht, vermutlich um nicht mit der schnöden Welt in Berührung zu kommen. Komische Typen, aber jeder wie er will. Es geht durch Queens und wer die Serie King of Queens kennt, dem sei gesagt, dass in einer der vielen Lagerhallen, an dem die Stecke vorbei führt, Doug Heffernan gearbeitet hat ;-). Nach knapp 16 Meilen setzen wir nach Manhattan über. Die Queensboro Bridge überspannt Roosevelt Island und ich frage mich, warum die Dinger immer so hoch gebaut werden müssen. Ich gehe das erste Mal! Am Ende der Brücke biegt das Feld auf die First Avenue ein. Menschenmassen säumen den Weg, der sich schnurgerade über weitere 4 Meilen bis zum Harlem River hinzieht. Nicht eben, sondern sehr, sehr wellig. ![]() Ich bin jetzt am Ende. Die Anfeuerungsrufe der Zuschauer verhallen im nichts, - und wenn ich sie registriere, dann sind sie lästig. Immer wieder muss ich gehen. Die Kondition wäre kein Problem, aber meine Beine wollen einfach nicht mehr. Die Schmerzen sind unerträglich. Ich versuche, mich zu dehnen, Humpelnd quäle ich mich zur 2nd Avenue, eine Zuschauerin hat Mitleid und schenkt mir ihr Gatorade, und suche ein Taxi. Nach rund 15 Minuten hat ein indischer Taxifahrer ein Einsehen und kutschiert mich zum Hotel. Monika ist tapfer und meistert trotz unheimlicher Schmerzen auch die Reststrecke bis zum Central Park. Über die Willis Avenue Bridge und die Madison Avenue Bridge führt der Weg zur 5th Avenue. Immer wieder wird der Lauf zum Spaziergang, aber sie hält durch! Nach gut 25 Meilen erreicht sie den Central Park South und es sind nur noch ein paar Meter bis zu Ziel. Ein paar sehr harte Meter sind es, aber nach 26,2 Meilen hat sie es dann geschafft. Nach über 5 Stunden ist sie im Ziel. Sehr, sehr gut gemacht. Nach drei Wochen Trainingspause und bei der Verletzung, - einfach toll! Monika schreibt: Das Gefühl, wenn man die Ziellinie überquert, kann man nicht beschreiben. Es ist einzigartig, genauso wie die Schmerzen! Am liebsten hätte ich mich sofort irgendwo hingelegt, aber man wurde weiter getrieben, Medaille empfangen, Fotospot, Versorgungsbeutel, Wärmefolie (es war eiskalt mittlerweile) und dann war ich noch 30 Minuten unterwegs bis zum meinem Truck Nummer 70, der fast am Ende der Schlange der UPS-Trucks stand. Ich musste praktisch den Central Park hoch bis zum 85ten Straße. Das war es aber dann auch noch nicht, denn der Weg führte ja wieder zurück. Also nochmals eine halbe Stunde marschieren. Am Central Park South habe ich dann endlich ein Taxi ergattert, das mich ins Hotel brachte. Gegen 17 Uhr, also 12 Stunden nach dem Aufstehen, war ich endlich zurück! ![]() ![]() ![]() Beinahe hätten wir uns im Central Park noch getroffen, denn ich bin nach dem Duschen zum Central Park geeiert und habe auch meine Sache geholt. Mein Bus war wirklich der allerletzte, Truck No. 71! Ich war insgesamt 2 Stunden unterwegs und wenn meine Brille nicht in dem Gepäck gewesen wäre, hätte ich es bleiben lassen bzw. hätte abgebrochen. Interessant war noch, dass Wessinghage auf dem Weg zu den UPS-Trucks vor mir ging. Der hatte absolut trockene Haare, kein Schweiß, keine Erschöpfung, - nichts zu bemerken - bemerkenswert! ![]() Obwohl wir beide fix und foxi sind, haben wir unseren Plan noch durchgezogen und uns am Abend Rippen und einen Caesars bei Friday's gegönnt. Es war wie immer sehr gut und heute noch viel besser. Eine Schmerztablette beendet diesen einzigartigen Tag schlagartig! So, - abschließend noch das offizielle Resultat: Top Women 2007 5. November 2007 Jetzt haben wir uns ein Frühstück verdient und nachdem das Rue 57 ziemlich in der Nähe war, haben wir dort eingecheckt. Gut war's! Zurück zum Hotel und schon mal die Koffer gepackt, bevor wir uns nochmals aufmachten, um am Times Square ein paar Mitbringsel zu besorgen. Dann haben wir es im Abercrombie versucht, aber sogar am frühen Montag morgen muss man anstehen, um ins Geschäft zu kommen. Wir waren nur kurz im Laden. Wir verlassen diesen lauten Ort. Überhaupt ist uns diese Stadt mittlerweile zu laut und zu hektisch. Es liegt wohl daran, dass wir schon zu oft hier waren und New York dadurch den großen Reiz verloren hat. Um 12 Uhr verlassen wir unser Zimmer und waren mit dem Taxi in einer halben Stunde am Flughafen. Gott sei Dank hatte der Lufthansa-Schalter bereits geöffnet und so konnten wir gleich unsere Koffer loswerden und einchecken. Zum Mittagessen ein kleiner Burger bei McDonalds - zugegeben, ich hatte zwei - und dann die Zeit bis 17 Uhr Boarding Time totgeschlagen. Der Heimflug war in knapp 7 Stunden erledigt, 2 - 3 Stunden davon (keiner weiß genau wie lange) haben wir dank Schlaftablette geschlafen. Fazit Ziele zu haben ist ein Muss. Gleichwohl muss der Aufwand, um sie zu erreichen, in einem vernünftigen Verhältnis dazu stehen, was er hier definitiv nicht tat. 01.02.2008: Wir sind in Wien angemeldet! |
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